Tom’s Cats – Was wir von Thomas’ Katzen über Teambuilding lernen können
Hast du Lust auf einen etwas ungewöhnlichen Blog-Post, der dir anhand des Verhaltens von Thomas‘ Katzen etwas über Teambuilding beibringt? Dann bist du hier richtig!
Über den Autor
Ich bin Dominik Maximini und helfe mit meinem Team bei ValueRise Consulting dabei, Teams erfolgreicher zu machen und Arbeit erfüllender zu gestalten. Thomas habe ich vor vielen Jahren bei einem gemeinsamen Kunden kennengelernt. Er war damals Entwickler, während ich als Scrum Master eingesetzt war. Wir haben die Zeit genutzt und aus einem wilden Haufen Coder ein hochgradig effizientes und erfolgreiches Team geschmiedet. Nach diesem Projekt wendeten wir uns jeweils anderen Aufgaben zu, sind jedoch in Kontakt geblieben.
Wer ist Thomas?
Thomas ist Geschäftsführer von JDisc. Das weißt du aber vermutlich schon. Was du vielleicht noch nicht wusstest, ist, dass Thomas ein Katzennarr ist und zwei Katzen hat: Nelly und Findus.
Warum Katzen?
Je nachdem, wen man fragt, erhält man schonmal die Aussage, dass „Katzen auch nur Menschen“ seien. Oder dass sie die Welt regieren. Selbst nachdem die Wissenschaft herausgefunden hat, dass Hunde etwa doppelt so intelligent sein sollen wie Katzen (okay, wer es schafft, dass jemand die eigenen Exkremente hinter einem herträgt, verdient auf jeden Fall Respekt!), erscheinen Katzen doch irgendwie schlauer.
Aber ganz ehrlich: Weil ich Katzen mag, viele Blog-Posts irgendwie langweilig sind und sich gerade eine Gelegenheit ergeben hat: Nelly ist frisch zu Findus dazugestoßen. Warum also nicht?
Was können uns Katzen über Teambuilding beibringen?
Eine Menge!
Im Fall von Thomas‘ Katzen hatten wir das Glück, dass Nelly frisch zu Findus dazugestoßen ist. Zwar sind es nur zwei Katzen und nicht fünf, acht, oder zehn, aber das beobachtbare Verhalten war ähnlich wie bei der Neukonstituierung eines Teams aus Menschen. Das Tuckman-Modell von 1965 kennt in seiner ursprünglichen Form vier Phasen, die wir auch bei den Katzen beobachtet haben: Forming, Storming, Norming, Performing.
Forming
In der Forming-Phase wird das Team verändert. Die Mitglieder sind noch unsicher und eher zurückhaltend. Vielleicht kennst du das: Du kommst in einen Raum voller Menschen, die du noch nicht kennst. Wie fühlst du dich in so einer Situation? Die meisten Menschen empfinden das als eher unangenehm und sind unsicher, was sich je nach Persönlichkeit in leiser Abgrenzung, lautem Präsentieren oder irgendwas dazwischen ausdrückt.
Nelly ging das genauso: Sie war sehr unsicher und hat sich zunächst versteckt. Aus sicherer Entfernung hat sie das Treiben mehrere Tage lang aufmerksam verfolgt und natürlich ganz besonderen Wert darauf gelegt zu sehen, wie sich Findus verhält.

Findus auf der anderen Seite hielt ebenfalls vorsichtig Abstand und ging Nelly aus dem Weg.
In einem Team, das aus Menschen besteht, wäre es nun die Aufgabe der Führungskraft dabei zu helfen, dass die Teammitglieder sich kennenlernen, ihre gemeinsame Aufgabe verstehen und langsam auftauen. Eine gute Zeit für Teambuilding-Workshops, Pizza und Kaltgetränke. Katzen brauchen dafür keine Führungskraft. Die regeln das selbst.
Storming
In der Storming-Phase werden die Ellenbögen ausgefahren. Die Teammitglieder suchen ihren Platz im Team und bringen ihre Vorstellungen mit ein, die noch nicht abgestimmt oder auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet sind. Jeder glaubt, „Recht“ zu haben. Es kommt zu Konflikten und Streit. Das ist ganz normal und tritt auch bei Katzen auf.

Nachdem Nelly und Findus etwas aufgetaut waren, trauten sie sich in die relative Nähe des jeweils anderen. Die Aufeinandertreffen waren geprägt von Konflikten: Wer darf wo liegen? Wer darf wo gehen? Wer darf wann und wo fressen? Bei diesen beiden Katzen liefen die Konflikte fast immer nonverbal ab. Es hätte aber auch sein können, dass gefaucht, geschlagen und gekratzt wird.
Das ist bei Menschen ähnlich, wobei Schlagen und Kratzen dort eher ungewöhnlich sind. Streit, Ärger und Konflikte gehören aber dazu. Die Führungskraft muss nun dafür sorgen, dass die Konflikte in konstruktive Bahnen gelenkt und gelöst werden.
Norming
In der Norming-Phase gibt sich das Team gemeinsame Regeln und beendet so die Konfliktphase. Jeder hat seinen Platz im Team gefunden und es wird kooperiert. Langsam rückt die gemeinsame Aufgabe in den Vordergrund und die Machtkämpfe werden überwunden.
Zwar haben Nelly und Findus keine gemeinsame Aufgabe (außer echt süß zu sein), trotzdem haben sie es aber geschafft, sich Regeln zu geben. Zum Beispiel haben beide ihren Lieblings-Kuschelplatz gefunden und besetzt. Konflikte gibt es nur noch, wenn die gemeinsame Norm verletzt wird.

In menschlichen Teams fängt erst in dieser Phase der Spaß an der Arbeit an. Davor ist die Zusammenarbeit eher zäh und unangenehm. Ist die Norming-Phase erreicht, muss die Führungskraft dafür sorgen, dass die gemeinsamen Regeln auch wirklich eingehalten werden. Katzen machen das sehr effizient ohne Chef.
Performing
In der Performing-Phase „rockt“ die Arbeit so richtig. Es läuft gut, alle haben Spaß und sind produktiv. Die Leistung der Gruppe ist größer als die Summe ihrer Teile. Man schätzt sich gegenseitig wert, erkennt die Leistungen der anderen an und feste Rollen und Regeln sind weniger wichtig, weil das übergeordnete Ziel im Vordergrund steht. Alle ziehen an einem Strang.

Nelly und Findus hatten diesen Punkt nach einigen Wochen erreicht. Als Team ziehen sie nun durchs Haus und lösen Konflikte sehr effizient, sofern überhaupt noch welche auftreten.
Bei menschlichen Teams hat der Chef hier nicht viel zu tun, außer aus dem Weg zu gehen und darauf zu achten, dass das Team nicht in eine der anderen Phasen zurückfällt.
Einsatz in der Praxis
Die nächste Herausforderung für Nelly und Findus wird sein, dass das Spielfeld um den Garten erweitert wird. Eigentlich sogar um die Welt, denn eine Katze zu zwingen im Garten zu bleiben, ist ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen. Diese Veränderung wird dazu führen, dass die beiden Stubentiger manche ihrer Regeln neu verhandeln müssen. Einige Stufen des Tuckman-Modells werden also neu durchlaufen. Typischerweise wesentlich schneller als beim ersten Mal.
Das ist bei menschlichen Teams genauso. Ergeben sich Veränderungen – egal ob in der Organisation, dem Team oder bei Einzelpersonen – kann das Team in eine frühere Phase des Tuckman-Zyklus zurückfallen. Das ist aber kein Problem, denn das Team hat typischerweise bereits gelernt, wie es mit Unklarheiten und Konflikten umgehen muss. Wenn alles gut geht, werden die Stufen also wesentlich schneller durchlaufen – manchmal schon in wenigen Stunden.
Wir bei ValueRise Consulting helfen Teams dabei, mit Spaß zur Arbeit zu kommen und performant zusammenzuarbeiten. Dabei hilft uns das Modell von Tuckman sehr, weil es Diskussionen mit den Teams ermöglicht, wo sie gerade stehen und was die nächsten Schritte sein könnten. Auch unangenehme Wörter wie „Konflikt“ verlieren ihren Schrecken, weil sie völlig normal und erwartbar sind.
Was nimmst du aus diesem Post für dich mit? Und wie hat dir die Näherung über Thomas‘ Katzen gefallen? Wir freuen uns über deine Meinung in den Kommentaren.
Wer möchte kann mich auch gerne kontaktieren:
mail: dominik.maximini@valuerise-consulting.de
WEB: https://www.valuerise-consulting.de/

